5 Jahres Feier

Jipee, heute ist die Homepage 5 Jahre alt! So lange ist es schon her, seit der erste Blogbeitrag eingestellt wurde! Da ist schon einiges zusammengekommen. Es ist auch für mich interessant, die älteren Beiträge zu lesen, mich an schöne Orte und Erfahrungen zu erinnern. Hoffe ihr habt ebenfalls Freude damit, und fühlt euch von mir angeregt, euch mit der Natur vor eurer Haustür – sei es in der Stadt oder am Land – zu beschäftigen.

Für Details zu den vorgestellten Pflanzen bitte ich euch, bei lokalen Kräuterwanderungen mitzugehen und die einschlägige Literatur zu konsultieren – es gibt inzwischen sehr viele gute Kräuterbücher, und sogar Bestimmungsapps am Handy. Wichtig ist natürlich nur jene Pflanzen anzuwenden, die man eindeutig identifizieren kann, und sonstige lokale und gesetzliche Sammelregeln sowie die Ökologie zu beachten (nicht den gesamten Bestand…). Aber auch das Photographieren, Zeichnen oder einfach nur Beobachten der Pflanzen in der Umgebung, zu unterschiedlichen Jahreszeiten, ist spannend und kann viel Freude bereiten.

Gerne teile ich weiterhin schöne Erlebnisse und interessante Experimente mit euch.

wildes Gebäck

Wenn der Herbst ins Land zieht, freut es mich wieder, mit den wilden Samen zu backen. Es ist eine schöne Abwechselung zum „gewöhnlichen“ Brotgewürz. Diesmal besonders passend in einer Hütte mit den Kräutern vor der Haustür, im Holzofen. Das „Jourgebäck“ aus Vollkornmehl, Germ, Wasser und Honig wurde mit Engelwurz- und wilden Karottensamen gewürzt, sowie mit Wegerich- und Brennnnesselsamen bestreut gebacken. Am nächsten Tag passte es perfekt zum Frühstückskaffee.

Angelika-Dost-Kräutersalz

Die im vorigen Beitrag vorgestellten Engelwurzsamen mit Dost und Salz grob vermahlen, passen hervorragend zu gedünsteten Erdäpfeln mit Butter. Es ist ratsam immer nur eine kleine Menge herzustellen, wegen der flüchtigen Aromen. Es duftet köstlich!

Erzengelwurz-Samen

Die Engelwurz (Angelica archangelica) ist eine meiner Lieblingspflanzen. Bei einem Aufenthalt an der Donau konnte ich diesmal sogar Dolden mit grünen Früchten/Samen der Erzengelwurz „erbeuten“, die in unseren Breiten eher selten anzutreffen ist. Sie wird über die Flüsse vom Norden her verbreitet, was ihren Standort erklärt. Nach einer längeren Trocknungsphase (alternativ können die Früchte auch später geerntet werden), lassen sie sich gut aufbewahren. Diese Teile der Pflanze sind v.a. kulinarisch interessant, und lassen sich am einfachsten „ernten“. Sie haben bestimmt auch gesundheitliche Wirkungen – wenn auch sanfter als die Wurzel.

Wie die – bei uns weit verbreitete – Waldengelwurz enthält die Erzengelwurz u.a. Bitterstoffe und ätherische Öle. Wobei mir vorkommt, dass die Waldengelwurz stärker zu den Bitterstoffen, und die Erzengelwurz stärker zu den „Aromastoffen“ tendiert. Das kann aber auch ein Unterschied von einzelnen Pflanzen sein. Die gesundheitliche Wirkung ist breit gefächert und liegt sowohl im körperlichen (Verdauung, Abwehrkräfte) als auch seelischen (Stärkung, Inspiration, Schutz) Bereich, korrespondierend zu den Inhaltsstoffen. Wobei die Erzengelwurz, wie der Name schon sagt, für die Medizin höher eingestuft wurde. In Zeiten der Pest wurde sie sogar professionell angebaut, und findet sich auch heute noch in so manchem Heilkräutergarten.

Die getrockneten Früchte sind interessant als Gewürz für Gebäck, Spirituosen, Essig, Öl, Salz… oder einfach pur gekaut als gesunder Snack. Siehe auch ältere Beiträge!

Die Stängel eignen sich hervorragend als Stroh/Trinkhalm – also besser etwas länger abschneiden als ich es gemacht habe. So kann man auch diesen Teil nutzen, nachhaltig und regional.

Der Rest der Pflanze geht dann vor Ort wieder in den „Kreislauf der Natur“ zurück. Aus ökologischen Gründen bitte nicht die gesamte Pflanze „beernten“ sodass noch genug Samen für die Weiterverbreitung übrig bleiben.

Gardasee

Am Gardasee treffen nicht nur italienische Lebensfreude auf „altösterreichische“ Spuren (und einen modernen touristischen Schmelztiegel), auch die Pflanzenwelt mischt sich hier auf faszinierende Art und Weise. Vertreter des alpinen Raums existieren wie selbstverständlich neben südlichen Kollegen! Auch bei kleinen Wanderungen, nur wenig abseits der „Hauptverkehrsroute“, lassen sich so spannende pflanzliche Begegnungen erleben. Alle folgenden Bilder wurden von mir Anfang Mai dieses Jahres am Gardasee aufgenommen. Wer findet heraus, welche Pflanze davon (normalerweise) nicht im alpinen Raum vorkommt?

„Burger“

Mit übriggeblieben Laibchen – in dem Fall aus Brennnesseln – lässt sich ruckzuck ein „Burger“ basteln, der jede Fast Food Kette alt aussehen lässt!

Bärlauchbooster

Durch die Trockenheit sprießt das Grün heuer bisher spärlich. Dennoch gibt es schon wieder einige gute Bärlauchstellen. Große Ernteerträge darf man noch nicht erwarten, aber auch wenige Handvoll reichen für einen grünen „Booster“.

Um auch mit kleinen Mengen eine gute Wirkung durch die verdauungsfördernden, entschlackenden und stärkenden Inhaltsstoffen und nicht zuletzt den vollen Geschmack zu erzielen, eignet sich ein „Bärlauchdipp“: Die frisch gewaschenen, noch feuchten Blätter vorschneiden und mit etwas hochwertigem, kaltgepressten Öl (z.B. Hanf- und Olivenöl) und Salz pürieren. Entweder direkt zum Dippen verwenden, oder für Bärlauchgerichte am Ende zum Würzen zugeben (Eintopf, Fisch, Suppe, Aufstrich,…). Wegen der enthaltenen Feuchtigkeit und dem geringen Ölanteil kühl aufbewahren und rasch verbrauchen. Für längere Aufbewahrung eignet sich ein Pesto besser (ohne Wasser/Feuchtigkeit und mit mehr Öl).

Was xundes für Leib und Seele

Draußen wird gerade der schöne Neuschnee weggeregnet, es ist grau in grau. Gerade richtig um das Frühstück aus den wilden Vorräten zuzubereiten. Gut für Immunsystem und Verdauung, bringt es Sonne ins Herz und Gemüt.

(tiefgekühlte) Dirndln in wenig Wasser weichdünsten, auskühlen lassen, durch Sieb passieren, mit Honig mischen (meine Wahl, für die Sonne und das Herz: Sonnenblumenhonig). Dazu Topfengriesnockerl