Salat aus der Natur

Da es momentan nicht so ratsam ist, allzu oft „unter Leute“ zu gehen, bietet sich das frische Grün vor der Haustür an. Es ist mehr als ein Ersatz, voller Vitamine und Mineralstoffe, und auch Eiweiß, in weit höherer Konzentration als im „Kultursalat“! Jetzt ist es auch noch zart und jung, besonders schmackhaft, und sollte roh genossen werden. Viele weniger wohlschmeckende Inhaltsstoffe werden erst später gebildet, wenn sich auch die „Fraßfeinde“ vermehren. Ausgezeichnet schmecken die frischen jungen Triebspitzen des Wiesenlabkrauts, weiters im Bild zu sehen sind der junge Giersch, ganz junger Sauerampfer, Kresse, Löwenzahn und Scharbockskraut. Kleine Mengen machen hier schon Sinn, z.B. in einen Erdäpfel- oder anderen Salat gemischt, aufs Butterbrot, über die Eierspeis… Auch in einem Smoothy kann man diese Kräuter gut genießen, oder einfach frisch auf der Wiese essen!

stärkende Frühjahrsblumen – und was für die Lunge und das Gemüt

Leider ist gegen den Corona Virus wohl „kein Kraut gewachsen“, aber zur Vorbeugung – für die Immunabwehr und allgemeinen Stärkung – ist es gerade jetzt die richtige Zeit, um sich Unterstützung aus dem Pflanzenreich zu holen.

Wer trotz der derzeit sinnvollen Isolation einen für sich und andere „gefahrlosen“ Zugang zum Wald oder einer naturbelassenen Wiese (ideal im eigenen Garten) hat, sollte das jedenfalls nutzen. Auch in der Stadt gibt es entsprechende Gebiete, die vielleicht zu Fuß, oder mit dem Rad erreichbar sind.

Die Frühjahrspflanzen besitzen jetzt die „größte Kraft“, bersten nahezu vor Lebensenergie, Vitaminen, Mineralstoffen und „reinigenden“, desinfizierenden Inhaltsstoffen. Um das Immunsystem zu stärken, kann man die ApothekerInnen wenigstens in dieser Hinsicht etwas entlasten, und die „Apotheke Gottes“ nutzen, wie Bärlauch, Giersch, Gundermann, Scharbockskraut, Brennnessel, Vogelmiere, Wiesenschaumkraut und Co.

Eine Theorie besagt, daß das besonders üppig in der Nähe wächst, was man gerade benötigt. Das trifft derzeit perfekt auf das Lungenkraut („Hänsel und Gretel“) zu, dessen stärkende Wirkung auf die Lunge schon von alters her bekannt ist. Als Tee, Tropfen oder Wein genossen kann es kurmäßig 2 Monate lang eingenommen werden.

Ich habe mich für den Wein entschieden – eine Handvoll Lungenkraut in 1/2 l Wein ein paar Minuten kochen, stehen lassen, abseihen, noch einmal etwas anwärmen und mit einem guten Honig verfeinern. Danach im Kühlschrank aufbewahren, jeden Tag 1-2 Stamperl trinken. Ich muß sagen, jeden Tag wird dieser Ansatz besser!

Auch die gerade blühenden Schlüsselblumen und Veilchen wirken positiv auf die Atemwege, und zusätzlich auch auf das Gemüt – gegen Trauer und damit wir nicht den Mut verlieren!

Lassen wir uns also von den wunderschönen Frühlingsblumen bezaubern, entweder in der Natur oder zu Hause mit einem guten Kräuterbuch! Schützt euch und die anderen, unterstützt euch gegenseitig, und lasst euch von den derzeitigen Umständen nicht unterkriegen!

Frühlingsboten

Pestwurz, Grünberg 16.2.2020

Als einer der ersten Frühjahrsblüher schiebt sich die Pestwurz schon durch den Laubteppich. Interessanterweise werden die Sprossen von der japanischen Variante als „Fukinotou“ frittiert oder in einer Misosuppe gegessen. Meines Wissens ist das bei uns nicht üblich, wäre aber einen Versuch wert. Wegen der großen Verbreitung – fast flächendeckend in einigen Gebieten – braucht man sich hier um den Bestand keine Sorgen zu machen. Eher wegen der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sollte die Pflanze aber nicht in größeren Mengen konsumiert werden. Auch für Heilzwecke ist sie noch immer interessant. Zwar nicht unbedingt als Wundermittel gegen Krankheiten wie die Pest, aber der Wurzelextrakt hat immerhin krampflösende Eigenschaften. Vielleicht ein Notfallmittel gegen Migräne beim Wandern?

kulinarische Winterfreuden

Meine Vorliebe gehört einfachen traditionellen Rezepten, die mit wenigen Zutaten, die meist in der Küche vorhanden sind, auskommen. Mit etwas Fantasie lassen sich daraus mit wenig Aufwand neue „Kräutergerichte“ kreieren.

Heute hatte ich Lust wieder etwas mit einer meiner Lieblingspflanzen – dem Waldmeister – zu fabrizieren. Im Winter ist der Appetit auf eine „Maibowle“ nicht besonders groß. Angeregt durch den Schnee draussen wurden es deshalb „Schneenockerl“; Milch mit Rohrzucker, einer Handvoll Waldmeister und einem Hauch Vanille kochen, ziehen lassen, Schnee mit einer Prise Salz schlagen, als Nockerl in der Flüssigkeit köcheln lassen, abseihen, Waldmeistermilch mit etwas Maizena andicken, mit den Schneenockerln anrichten:

Schneenockerl mit Waldmeister und Vanille

Winterzeit

Nicht nur viele Tiere, auch Pflanzen haben sich jetzt in den „Winterschlaf“ begeben. Sie haben ihren Stoffwechsel heruntergefahren und die Blätter abgeworfen, um den Flüssigkeitsverlust zu minimieren. Auch wenn sie – wie hier – an einem See wachsen, können sie die Feuchtigkeit als Eis und Schnee nicht aufnehmen, sondern werden nur „äußerlich“ von ihr umhüllt. Das schadet normalerweise nicht, bildet sogar eine isolierende Schicht. Und es sieht sehr hübsch aus, wenn sich Eiskristalle auf den Zweigen und übrig gebliebenen Früchten bilden.

In ihrem „Winterkleid“ sind viele Pflanzen gar nicht einfach zu erkennen. Ich würde hier auf einen gewöhnlichen Schneeball (Viburnum) tippen. Er wächst gerne an Wegen, mag es feucht und die roten Früchte bleiben oft bis zum Frühjahr als „Wintersteher“ an den Zweigen. Ob das zu einer Verbesserung des Geschmacks führt, wäre noch auszutesten.

Bibernelle (Pimpinella)

Die kleine Elfe schläft erschöpft nach dem Wurzelgraben, unter dem Berufkraut, beschützt vor bösen Träumen. Nun hat sie wieder eine Zutat für ihr wärmendes Elixier gegen Erkältungen und für ein frohes Gemüt auch in der nebeligen, kühlen Herbstzeit oder auch für einen kleinen Liebeszauber…oder einfach als zauberhaft scharfes Gewürz für die Gemüsesuppe.

Pfaffenkapperl (Spindelstrauch)

Wunderschön leuchten die Früchte des Pfaffenkapperls im – noch – grünen Wald. Leider ziemlich giftig, für uns heißt die Farbe Achtung, Vorsicht, für die Vögel aber wohl: es ist angerichtet, lass es dir schmecken…

für drei Pfarrer gibts hier Kapperln zum Abholen!

Zyklame

Cyclamen purpurascens Mill. 17.8.2019 Grünau/Almtal Mitte links beginnt das Einrollen des Stiels über die Kapselfrucht

Diese wunderschöne Pflanze mit ihrer zarten Färbung verzaubert den Wald. Meine Mutter liebt sie, und schon als Kind lernte ich sie als hübschen, typischen Waldbewohner kennen. Der Name ist von der runden Wurzelknolle abgeleitet, und die hat es in sich! Bereits kleine Mengen, die in die Blutbahn gelangen, können zu einer tödlichen Atemlähmung führen. Das machte man sich als Pfeilgift zunutze, eine verwandte Art im Mittelmeerraum wurde auch zum Fischfang benutzt. Heilkundliche und magische Anwendungen sind schon seit der Antike bekannt, waren aber mit einem entsprechenden Risiko in der Anwendung verbunden. Bereits das Vorbeigehen an in Wald wachsenden Zyklamen stand im Ruf, einen Abortus hervorzurufen, und die damit durchgeführten Liebeszauber konnten unter Umständen die Suche nach einem neuen Objekt der Begierde nötig machen. Heute wird die Zyklame hauptsächlich homöopathisch in der Frauenheilkunde und als Schmerzmittel eingesetzt. Den deutschen Gattungsnamen Alpenveilchen finde ich übrigens etwas seltsam, da nur eine einzige Art davon in den Alpen vorkommt, und um ein Veilchen handelt es sich auch nicht…