Ostara, Göttin des Frühlings

Wer kann sie noch entdecken, die Göttin der Liebe, Fruchbarkeit und des Neubeginns? Sie bringt uns Mut, Kraft und Lebenslust, alles, was wir gerade in diesen Zeiten besonders benötigen. Sogar unser Land ist nach ihr benannt, und das Osterfest mit den vielen Fruchtbarkeitsbräuchen geht wohl auch auf sie zurück, verbunden mit christlichen Vorstellungen. Jedem/jeder ist es natürlich freigestellt, diese Kraft des Frühlings mit den eigenen kulturellen Wurzeln zu interpretieren 😉

Erst bei der Durchsicht meiner Bilder ist mir aufgefallen, an welch passender Stelle ich sie gesehen habe – direkt an der Lebens(Trinkwasser)quelle unseres Ortes!

Sie kann uns auch als „Frau Holle“ begegnen, die uns als strahlende Erdmutter im Frühjahr unterm Hollerbusch die Kinder bringt. Nur wer sich selbst erkennt, und neuen Erfahrungen gegenüber offen ist, wird am Ende das Glück finden, lehrt uns das Märchen über sie. Dazu nötig ist ein Urvertrauen, das wir in der Verbindung mit der spirituellen Seite der Natur finden können. Dabei sind Werden und Vergehen zwei Seiten einer Medaille, die untrennbar verbunden sind. Hier noch ein schönes Bild, das ich gestern im Wald angetroffen habe – wie die Wurzeln der Vorfahren den Nachfahren Kraft gebe.

wilde Küche

Aufgrund der derzeitigen Lage haben mehr Leute Zeit und Lust, zu Hause zu kochen. Auch ich gehöre dazu, und zeige euch, wie ich in den letzten Tagen die Kräuter ums Haus dabei verwendet habe. Ich freue mich, wenn ihr Anregungen findet!

Bärlauch-Brennnesselspinat
Bärlauch-Räucherlachs-Aufstrich
wilde Palatschinken
wildes Erdäpfelpüree
Schlüsselblumen-Erdäpfelsuppe
Rhababer-Biskottendessert mit in Topfen+Schlagobers eingebetteten Himbeeren, mariniert mit Himmelschlüssellikör

Salat aus der Natur

Da es momentan nicht so ratsam ist, allzu oft „unter Leute“ zu gehen, bietet sich das frische Grün vor der Haustür an. Es ist mehr als ein Ersatz, voller Vitamine und Mineralstoffe, und auch Eiweiß, in weit höherer Konzentration als im „Kultursalat“! Jetzt ist es auch noch zart und jung, besonders schmackhaft, und sollte roh genossen werden. Viele weniger wohlschmeckende Inhaltsstoffe werden erst später gebildet, wenn sich auch die „Fraßfeinde“ vermehren. Ausgezeichnet schmecken die frischen jungen Triebspitzen des Wiesenlabkrauts, weiters im Bild zu sehen sind der junge Giersch, ganz junger Sauerampfer, Kresse, Löwenzahn und Scharbockskraut. Kleine Mengen machen hier schon Sinn, z.B. in einen Erdäpfel- oder anderen Salat gemischt, aufs Butterbrot, über die Eierspeis… Auch in einem Smoothy kann man diese Kräuter gut genießen, oder einfach frisch auf der Wiese essen!

stärkende Frühjahrsblumen – und was für die Lunge und das Gemüt

Leider ist gegen den Corona Virus wohl „kein Kraut gewachsen“, aber zur Vorbeugung – für die Immunabwehr und allgemeinen Stärkung – ist es gerade jetzt die richtige Zeit, um sich Unterstützung aus dem Pflanzenreich zu holen.

Wer trotz der derzeit sinnvollen Isolation einen für sich und andere „gefahrlosen“ Zugang zum Wald oder einer naturbelassenen Wiese (ideal im eigenen Garten) hat, sollte das jedenfalls nutzen. Auch in der Stadt gibt es entsprechende Gebiete, die vielleicht zu Fuß, oder mit dem Rad erreichbar sind.

Die Frühjahrspflanzen besitzen jetzt die „größte Kraft“, bersten nahezu vor Lebensenergie, Vitaminen, Mineralstoffen und „reinigenden“, desinfizierenden Inhaltsstoffen. Um das Immunsystem zu stärken, kann man die ApothekerInnen wenigstens in dieser Hinsicht etwas entlasten, und die „Apotheke Gottes“ nutzen, wie Bärlauch, Giersch, Gundermann, Scharbockskraut, Brennnessel, Vogelmiere, Wiesenschaumkraut und Co.

Eine Theorie besagt, daß das besonders üppig in der Nähe wächst, was man gerade benötigt. Das trifft derzeit perfekt auf das Lungenkraut („Hänsel und Gretel“) zu, dessen stärkende Wirkung auf die Lunge schon von alters her bekannt ist. Als Tee, Tropfen oder Wein genossen kann es kurmäßig 2 Monate lang eingenommen werden.

Ich habe mich für den Wein entschieden – eine Handvoll Lungenkraut in 1/2 l Wein ein paar Minuten kochen, stehen lassen, abseihen, noch einmal etwas anwärmen und mit einem guten Honig verfeinern. Danach im Kühlschrank aufbewahren, jeden Tag 1-2 Stamperl trinken. Ich muß sagen, jeden Tag wird dieser Ansatz besser!

Auch die gerade blühenden Schlüsselblumen und Veilchen wirken positiv auf die Atemwege, und zusätzlich auch auf das Gemüt – gegen Trauer und damit wir nicht den Mut verlieren!

Lassen wir uns also von den wunderschönen Frühlingsblumen bezaubern, entweder in der Natur oder zu Hause mit einem guten Kräuterbuch! Schützt euch und die anderen, unterstützt euch gegenseitig, und lasst euch von den derzeitigen Umständen nicht unterkriegen!

Frühlingsboten

Pestwurz, Grünberg 16.2.2020

Als einer der ersten Frühjahrsblüher schiebt sich die Pestwurz schon durch den Laubteppich. Interessanterweise werden die Sprossen von der japanischen Variante als „Fukinotou“ frittiert oder in einer Misosuppe gegessen. Meines Wissens ist das bei uns nicht üblich, wäre aber einen Versuch wert. Wegen der großen Verbreitung – fast flächendeckend in einigen Gebieten – braucht man sich hier um den Bestand keine Sorgen zu machen. Eher wegen der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sollte die Pflanze aber nicht in größeren Mengen konsumiert werden. Auch für Heilzwecke ist sie noch immer interessant. Zwar nicht unbedingt als Wundermittel gegen Krankheiten wie die Pest, aber der Wurzelextrakt hat immerhin krampflösende Eigenschaften. Vielleicht ein Notfallmittel gegen Migräne beim Wandern?

kulinarische Winterfreuden

Meine Vorliebe gehört einfachen traditionellen Rezepten, die mit wenigen Zutaten, die meist in der Küche vorhanden sind, auskommen. Mit etwas Fantasie lassen sich daraus mit wenig Aufwand neue „Kräutergerichte“ kreieren.

Heute hatte ich Lust wieder etwas mit einer meiner Lieblingspflanzen – dem Waldmeister – zu fabrizieren. Im Winter ist der Appetit auf eine „Maibowle“ nicht besonders groß. Angeregt durch den Schnee draussen wurden es deshalb „Schneenockerl“; Milch mit Rohrzucker, einer Handvoll Waldmeister und einem Hauch Vanille kochen, ziehen lassen, Schnee mit einer Prise Salz schlagen, als Nockerl in der Flüssigkeit köcheln lassen, abseihen, Waldmeistermilch mit etwas Maizena andicken, mit den Schneenockerln anrichten:

Schneenockerl mit Waldmeister und Vanille

Winterzeit

Nicht nur viele Tiere, auch Pflanzen haben sich jetzt in den „Winterschlaf“ begeben. Sie haben ihren Stoffwechsel heruntergefahren und die Blätter abgeworfen, um den Flüssigkeitsverlust zu minimieren. Auch wenn sie – wie hier – an einem See wachsen, können sie die Feuchtigkeit als Eis und Schnee nicht aufnehmen, sondern werden nur „äußerlich“ von ihr umhüllt. Das schadet normalerweise nicht, bildet sogar eine isolierende Schicht. Und es sieht sehr hübsch aus, wenn sich Eiskristalle auf den Zweigen und übrig gebliebenen Früchten bilden.

In ihrem „Winterkleid“ sind viele Pflanzen gar nicht einfach zu erkennen. Ich würde hier auf einen gewöhnlichen Schneeball (Viburnum) tippen. Er wächst gerne an Wegen, mag es feucht und die roten Früchte bleiben oft bis zum Frühjahr als „Wintersteher“ an den Zweigen. Ob das zu einer Verbesserung des Geschmacks führt, wäre noch auszutesten.